meinAnwaltsbüro.h i l d e s h e i m


 

Veröffentlichungen
    
Dagmar Beck-Bever 
2003 - Arzthaftungsrecht  
2008 - Wohnungseigentumsrecht
2009 - Medizinrecht / Patientenverfügung 
2010 - Wohnungseigentumsrecht 
2011 - Multiresistente Keime  
2012 - Patientenrechtegesetz
2013 - Leistungsanträge

2017 - Sicherheit durch ärztliche Zweitmeinung
 
 
Wohnungseigentumsrecht

Wer Eigentümer einer Eigentumswohnung ist, wird mindestens einmal im Jahr eingeladen - zu einer Versammlung aller Wohnungseigentümer. Eine solche Versammlung kann sich in einem ganz unterschiedlichen Rahmen abspielen - je nachdem ob es sich um eine große oder kleine Gemeinschaft handelt, ob die Wohnungen von einem externen Verwalter oder einem Miteigentümer verwaltet werden, ob man sich in einem offiziellen Versammlungsraum oder im Wohnzimmer eines Eigentümers trifft usw. In jedem Fall aber gilt: Eine Wohnungseigentümerversammlung ist ein wichtiges Ereignis, denn es können nicht nur die Belange der Wohnungseigentümer erörtert, sondern auch Beschlüsse mit weitreichenden Wirkungen gefasst werden. Deshalb lohnt es sich, sich als Wohnungseigentümer anhand der Tagesordnung gut auf die Versammlung vorzubereiten, persönlich an ihr teilzunehmen oder sich zumindest vertreten zu lassen, das Protokoll sorgfältig zu lesen und ggfs. rechtzeitig die entsprechenden Schritte zu unternehmen, wenn man mit einem Beschluss nicht einverstanden ist.

Wer lädt zur Eigentümerversammlung ein?
Grundsätzlich ist der Verwalter für die Einberufung einer Wohnungseigentümerversammlung zuständig, und zwar mindestens einmal im Jahr. Darüber hinaus kann auch mehr als ein Viertel der Wohnungseigentümer die Durchführung einer Versammlung verlangen, wenn ein besonderer Anlass gegeben ist. Ein einzelner Wohnungseigentümer kann dagegen die Abhaltung einer Versammlung in der Regel nicht verlangen. Es können allerdings in der Teilungserklärung - das ist sozusagen das "Grundgesetz" jeder Wohnungseigentümergemeinschaft - zusätzliche Einberufungsrechte geregelt sein.

Wer darf an einer Versammlung teilnehmen?
Selbstverständlich ist jeder Wohnungseigentümer zur Teilnahme an der Versammlung berechtigt. Gehört die Wohnung mehreren Eigentümern, dürfen alle teilnehmen - allerdings können sie ihr Stimmrecht in der Regel nur gemeinsam ausüben.

Ist ein Eigentümer an der Teilnahme verhindert, kann (und sollte) er sich vertreten lassen. Häufig ist in der Teilungserklärung geregelt, dass Vertreter nur der Verwalter, ein anderer Wohnungseigentümer oder der eigene Ehegatte sein kann. Es lohnt sich also, einmal einen Blick in die Teilungserklärung zu werfen. Unbeteiligte Dritte dürfen nicht an der Versammlung teilnehmen - es sei denn, alle sind damit einverstanden.

Können die Wohnungseigentümer eigene Tagesordnungspunkte einbringen?
Jeder Wohnungseigentümer hat das Recht, sein Anliegen im Kreis der übrigen Wohnungseigentümer zu Gehör zu bringen. Voraussetzung ist, dass er seine Wünsche dem Verwalter so rechtzeitig mitteilt, dass dieser sie auf die Tagesordnung setzen kann, die in der Regel 14 Tage vor der Versammlung verschickt wird.

Was ist zu tun, wenn ein Wohnungseigentümer mit einem in der Versammlung gefassten Beschluss nicht einverstanden ist?
Hier gilt: Einen Monat nach der Versammlung ist nichts mehr zu machen. Ganz gleich, ob man an der Versammlung teilgenommen hat oder nicht , ob innerhalb der Monatsfrist das Protokoll vorliegt oder nicht - binnen einem Monat nach der Versammlung muss beim Amtsgericht eine sogenannte Anfechtungsklage gegen den unliebsamen Beschluss eingereicht werden. Zuvor ist natürlich zu prüfen, ob eine solche Klage Aussicht auf Erfolg hat. Hierzu sollte man sich unbedingt durch eine Rechtsanwältin oder durch einen Rechtsanwalt fachkundig beraten lassen, denn jeder Fall liegt etwas anders, und das Internet hilft hier nicht wirklich weiter.