meinAnwaltsbüro.h i l d e s h e i m


 

Veröffentlichungen
   
Michael Heinrichs
2016 - Versicherungsrecht
2016 - Elternunterhalt - Wann müssen Kinder für ihre Eltern zahlen?
2017 - Kindesunterhalt - wie lange muss gezahlt werden?
2017 - Versicherungsrecht
 
 

Versicherungsrecht

 

Schnell ist es passiert: Durch eine eigene Unachtsamkeit hat man einer anderen Person einen Schaden zugefügt, z.B. im Straßenverkehr einen Unfall verursacht, bei dem eine Person verletzt wurde. Solche Unachtsamkeiten, die uns Allen leider irgendwann einmal passieren können, verursachen schnell Schäden, die der durchschnittliche Bürger mit seinen eigenen finanziellen Mitteln nicht so ohne Weiteres ersetzen kann. Bei Personenschäden kann der Schaden inklusive Behandlungskosten der verletzten Person schnell im fünf- oder sechsstelligen Bereich oder noch höher liegen!

Wohl dem, der in einer solchen Situation über entsprechenden Versicherungsschutz verfügt, so dass der Schaden durch den Versicherer reguliert wird!

Es gibt eine Vielzahl von Versicherungen, die die verschiedensten Lebens- und Risikobereiche abdecken, z.B. die Rechtsschutz-, die Haftpflicht oder die Wohngebäudeversicherung. Jedoch sollte beim Abschluss eines Versicherungsvertrages genau geprüft werden, ob diese im konkreten Fall tatsächlich sinnvoll ist und ob der Versicherungsschutz wirklich den jeweiligen individuellen Bedürfnissen entspricht. Es liegt auf der Hand, dass z.B. eine Rechtsschutzversicherung, die auch mietrechtliche Schadensfälle  umfasst, für den Eigentümer einer Immobilie, der weder Mieter noch Vermieter ist, einigermaßen unsinnig sein dürfte.

Ein böses Erwachen gibt es vereinzelt, wenn möglicherweise beim ersten Schadensfall festgestellt wird, dass der eigentlich gewollte Versicherungsschutz tatsächlich in dem Versicherungsvertrag gar nicht vereinbart worden ist. Wer z.B. davon ausgeht, mit einer Wohngebäudeversichrung seine Immobilie automatisch auch gegen Schäden durch Starkregenereignisse oder Hochwasser hinreichend abgesichert zu haben, wird bei Anmeldung des Schadensfalles schnell feststellen, dass diese Risiken durch die „normale“ Wohngebäudeversicherung gar nicht abgedeckt sind. Hier hätte zusätzlich das Risiko eines sogenannten Elementarschadens mitversichert werden müssen.

In einem solchen Falle kann sich die Frage stellen, ob der Versicherungsnehmer evtl. eine Regulierung des entstandenen, nicht versicherten Schadens über einen Schadensersatzanspruch gegen den Versicherer oder den bei Abschluss des Vertrages tätigen Versicherungsmakler erreichen kann. Voraussetzung dafür ist natürlich zunächst, dass der Berater, der grundsätzlich ein geeignetes Versicherungsprodukt verkaufen möchte, auch über sämtliche relevanten Wünsche und Umstände informiert worden ist.

Zu prüfen wäre dann, ob gegen den Berater der Vorwurf einer Falschberatung vor Abschluss des Vertrages erhoben werden muss. Hatte dieser z.B. Kenntnis, dass sich die zu versichernde Immobilie in einem stets von Hochwasser gefährdeten Gebiet befindet, muss man sich die Frage stellen, ob der Berater nicht dringend zum Abschluss einer Wohngebäudeversicherung mit Elementarversicherungsschutz hätte raten müssen.

Welche Informations-, Beratungs- und Dokumentationspflichten von einem Berater im Einzelfall zu beachten gewesen wären, kann nicht pauschal beantwortet, sondern muss im konkreten Fall geprüft und ggf. von dem Versicherungsnehmer ebenso bewiesen werden wie eine etwaige Verletzung solcher Pflichten. Hier gilt es, die umfangreiche und schwer zu überschauende Rechtsprechung zu diesen Fragen zu beachten, um die Erfolgsaussichten für den geschädigten Versicherungsnehmer in einem solchen Fall realistisch beurteilen zu können.