meinAnwaltsbüro.h i l d e s h e i m


 

Veröffentlichungen

 
Klaus Günter-Zok 
2006 - Fahrverbot: Keine Regel ohne Ausnahme
2007 - BVerfG aktuell: Reform des Erbschaftssteuerrechts
2008 - Was wird die Erbrechtsreform bringen?
2009 - Fahrverbote vermeiden
2010 - Änderungen des Pflichtteilsrechts ab 01.01.2010
2011 - Die Tricks der Versicherungen bei einem Verkehrsunfall
2012 - Gefährlicher Punktehandelt u. geplantes Fahreignungsregister
2013 - Bußgelder im Ausland – damit Ihr Urlaub nicht zu teuer wird
2014 - Flensburger Punktealarm: So schnell ist Ihr Lappen weg!
2017 - Vorsorgevollmacht
2017 - Stolperfalle Testament

Bußgelder im Ausland – damit Ihr Urlaub nicht zu teuer wird

 

Jährlich fahren rund die Hälfte der deutschen Urlauber mit dem Auto oder Wohnmobil in die Ferien, viele sind im europäischen Ausland unterwegs. Ungewohnte Straßenverkehrsregeln und hohe Bußgelder können einem jedoch den Urlaubsspaß vermiesen. Informieren Sie sich deshalb vor Reiseantritt über im Ausland geltende Straßenverkehrsregeln, insbesondere über die unterschiedlichen Alkohol-, Geschwindigkeits- und Parkvorschriften und mögliche Folgen von Verstößen. So vermeiden Sie böse Überraschungen.

 

Unfall im Ausland

 

In jedes Handschuhfach gehören der Versicherungsnachweis und der Europäische Unfallbericht, den jeder Unfallbeteiligte ggf. auch in seiner Landessprache ausfüllen kann. Sichern Sie durch Fotos möglichst präzise Beweise über den Unfallhergang sowie wichtige Fakten wie Schäden an beiden Fahrzeugen, Länge/Lage von Bremsspuren, vorfahrtsregelnde Verkehrszeichen etc.. Notieren Sie Namen/ Adressen vorhandener Zeugen sowie das Kennzeichen des Unfallgegners und die Haftpflichtversicherung mit Versicherungsnummer. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen. Bei komplizierten, unklaren Unfällen sowie Verletzungen oder hohen Sachschäden rufen Sie immer die Polizei zur Unfallaufnahme. Verletzungen sollten sofort vor Ort ärztlich attestiert werden.

 

Bei einem Unfall im Ausland gilt das Schadensersatzrecht des jeweiligen Landes. In vielen Ländern sind die Schadensersatzansprüche deutlich geringer als in Deutschland. Es gibt z.B. keine Wertminderung, keine Mietwagenkosten, keine Nutzungsausfallentschädigung. Sie müssen sich nicht mit der Versicherung im Ausland auseinandersetzen. Jede Versicherung eines EU-Mitgliedslandes ist verpflichtet, einen sog. Schadenregulierungsbeauftragten als Vertreter der gegnerischen Versicherung in Deutschland zu benennen. Hier hilft die Servicestelle  aller deutschen Autoversicherer, sofern die ausländische Versicherung bekannt ist. Für die Geltendmachung von Ansprüchen und deren Abwicklung sollten Sie umgehend anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.

 

Bußgelder

 

Wichtig: Informieren Sie sich vor Reiseantritt ins Ausland über dort geltende Vorschriften/Strafen. Oft liegt die Höhe der Bußgelder weit über der in Deutschland. Unangefochtene Spitzenreiter sind die skandinavischen Länder. In Norwegen müssen Autofahrer, die 20 km/h zu schnell unterwegs sind, mindestens EUR 480,00 berappen, bei einem Rotlichtverstoß sogar EUR 700,00. Innerhalb der EU gibt es unterschiedliche Promillegrenzen. In Rumänien, in der Slowakei, Ungarn und Tschechien gilt die Null-Promille-Grenze In Norwegen, Schweden, Polen und Estland  0,2 Promille, sonst meist bei 0,5 Promille. Das Telefonieren mit einem Handy am Ohr während der Fahrt kostet in Deutschland EUR 40,00. In anderen europäischen Staaten müssen Sie mit Geldbußen von bis zu EUR 220,00 rechnen.

 

EU-weite Vollstreckung von Bußgeldern

 

Die Zeiten, ausländische „Strafzettel“ zu ignorieren, sind vorbei. Ausnahme: Zahlungsaufforderungen ausländischer Inkassobüros gehören in den Papierkorb. Die länderübergreifende Vollstreckung von EU-Bußgeldern ab EUR 70,00 erfolgt – mit wenigen Ausnahmen – mit steigender Tendenz. Immer mehr Länder kommen auf den Geschmack. Aber zahlen Sie nicht vorschnell; denn bei Vollstreckung von Bußgeldern aus dem EU-Ausland müssen bestimmte Zulässigkeitsvoraussetzungen erfüllt sein, die im Einzelfall anwaltlicher Prüfung unterzogen werden sollten. Kleinere Strafzettel sollten Sie sofort an Ort und Stelle zahlen, damit Sie bei der nächsten Einreise keinen Ärger bekommen.

 

Rechtsanwalt Klaus-Günter Zok

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des DAV (Deutscher Anwaltverein)

 

Hildesheimer Allgemeine Zeitung am 21.06.2013
„Gut beraten durch den Rechtsanwalt - Die Experten-Information“